Sieben Tage waren es zwischen faszinierender Natur und Karate-Training mit Sensei Risto Kiiskilä verbunden mit viel Spaß und Schweiß. Unsere Reise begann am Samstag, den 14.02.2026, und wurde gleich mit tollen Polarlichtern belohnt. Diese setzten den Schwerpunkt für unser Training (Erklärung folgt), welches am Montag startete. Der Sonntag wurde zur weiteren Anreise aller TeilnehmerInnen, dem Erkunden der Umgebung in Lohijärvi (hier war unsere Unterkunft) sowie dem ersten Versuch ein Bade- und Angelloch in das über 1 Meter dicke Eis (Temperaturen zwischen -20 und -35 Grad Celsius) des anliegenden Sees zu bohren bzw. zu schneiden, genutzt.
Am Montag begann unsere tägliche Morgenroutine mit gemeinsamem Frühstück der jetzt komplett anwesenden 24 TeilnehmerInnen. Im Anschluss folgten immer ca. 3 Stunden Training, mit dem Schwerpunkt auf die Risto-Kata Hokkyokuko (übersetzt Polarlicht), deren dynamischen Bewegungen sowie der korrekten Ausführung der einzelnen Techniken. Begonnen wurde mit Vorübungen, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen (z.B. Hüfte, Beine und Oberkörper unabhängig voneinander zu bewegen). Ergänzt wurde das Training u.a. durch unterschiedliche Kombinationen und Variationen von Gyaku-Zuki (5 unterschiedliche Formen) und Ashi-Barai. Prinzipiell wurde gemeinsam mit dem Training begonnen, um dann in drei Gruppen unter den Argusaugen von Risto das Erlernte zu üben und zu festigen.
Die Nachmittage und Abende wurden mit Saunagängen, teilweise untermalt mit einem „Sauna-Schwitzeqwisss“, bei dem uns Jürgen Besonderheiten der Saunakultur näher brachte. Für die Mutigen gab es auch einen Sprung ins kalte Wasser, da wir es schafften, gemeinsam ein Loch in den See zu sägen. An den weiteren Tagen kamen wir in den Genuss bei Ari und Irene traditionelle Handwerks- und Messerkunst zu betrachten, einen Hundeschlitten selbst zu bewegen sowie Rentiere zu beobachten und eine traditionelle Rauchsaune inkl. Hot Pott zu besuchen. Da wir im Herzen alle noch Kinder sind, durfte ein Besuch im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis nicht fehlen.
Den Abschluss stellte am Samstag ein gemeinsamer Besuch im Museum „Arktikum“ in Rovaniemi dar, bevor sich alle wieder auf dem Heimweg machten.
Da bekanntlich ohne „Mampf kein Dampf“, versorgte uns Gabriella täglich frisch und außerordentlich wohlschmeckend mit den notwendigen Mahlzeiten (Vielen Dank!!!), welche im Gemeinschaftshaus zusammen genossen wurden. Gegebenenfalls reiste der Eine oder die Andere mit etwas Mehrgewicht wieder in die Heimat zurück.
Unser Fazit: So muss ein Lehrgang sein. Und er ist durch die gemeinsame Zeit mehr als nur ein Lehrgang, er ist ein richtiges Gasshuku. Viel Spaß, zugleich forderndes wie intensives Training und gemeinsame Erlebnisse in einer tollen Runde. Wer an solch einem Lehrgang teilnehmen möchte, kann sich gern bei Risto Kiiskilä melden, er führt diese Lehrgänge regelmäßig (seit 40 Jahren) im Winter und im Sommer in Lappland durch. Wem die Reise zu weit sein sollte, kann sich davon auch beim jährlichen Januar-Intensiv-Lehrgang in Kamenz ein Bild machen.